Alle zwei Jahre ist es wieder so weit: Ein Fußball-Großereignis zieht viele Menschen in seinen Bann, elektrisiert sie geradezu. In diesem Jahr ist es die Fußball-Europameisterschaft, die vom 10. Juni bis zum  10. Juli in Frankreich stattfindet. In den Stadien und besonders an den Fernsehgeräten werden wieder Millionen Menschen mitfiebern – es ist schon erstaunlich, welche Wirkung der Fußball weltweit hat. Er wird nahezu zelebriert, und irgendjemand nannte die Fußballstadien einmal die „Kathedralen der heutigen Zeit“, die Woche für Woche Millionen anziehen. Betrachtet man die Kleidung und die Gesänge der Fußballfans, kann man durchaus Rituale erkennen. Für die allermeisten ist der Fußball aber ganz einfach ein wunderschöner Zeitvertreib. Doch was macht die Faszination des Fußballs aus? Da ist zunächst einmal das Gemeinschaftserlebnis, was viele Menschen heute andernorts vielleicht nicht mehr finden. Sicherlich ist es die Spannung, nicht zu wissen, wie das Spiel ausgeht, und das Mitfiebern mit der „eigenen“ Mannschaft.

Ist es das, was dem Glauben fehlt? Ist das der Grund, warum er im Vergleich mit dem Fußball nur wenig Aufmerksamkeit weckt und noch weniger Begeisterung hervorruft? Oder ist der Vergleich von vornherein unsinnig, und die Kirchen könnten sich darauf berufen, dass an jedem Wochenende immer noch mehr Menschen einen Gottesdienst besuchen als ein Fußballspiel? Hat der Glaube vielleicht das Spannende, das Geheimnisvolle verloren? Fragen über die es sich lohnt einmal nachzudenken. Vielleicht bevor sich die Gemeinde zum gemeinsamen Fußball-Schauen versammelt – eine Gelegenheit, Kirche einmal anders kennenzulernen.

 

Ohne irgendjemandem die Freude an dem Spiel verderben zu möchten, darf die Faszination des Fußballs aber auch den Blick auf die Schattenseiten des Sports nicht verstellen: Zum Beispiel die absurd hohen Spielergehälter und Ablösesummen oder die Gewalt, die Woche für Woche von sogenannten „Hooligans“ verübt wird und die Polizei vor große Probleme stellt. Es sei in diesem Zusammenhang an den französischen Polizisten David Nivel erinnert, der im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich von deutschen „Hooligans“ schwer misshandelt wurde und bis heute unter den Folgen der erlittenen Verletzungen leidet. Beten wir, dass Gleiches nicht wieder geschieht und dass wir ein friedliches Fußballfest erleben.

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